Die Eule - Orgel

Geschichte
Im Zuge der Instandsetzung der Stadtkirche „St. Wenceslai“ wurde der gotische Altarraum vom Kirchenschiff durch eine Stahl-Glas-Wand abgetrennt. So entstand ein kleiner freundlich gestalteter, heller Kirchenraum mit einer Empore, die sich entlang der Trennwand und der Nordseite
mit farbigen Fenstern hinter dem Altar und einem Deckengewölbe nach gotischen Vorbild
aus der Barockzeit zieht.

Dort hat auch 1997 die neue Eule-Orgel ihren Platz gefunden.
Als besonderer Schmuck empfindet der Besucher die farbig gestalteten Fenster.
Die Winterkirche erfreut sich großer Beliebtheit, ist beheizbar, bietet ca. 150 Menschen Platz.
Im Winterhalbjahr finden hier die Gottesdienste statt. Innerhalb der Woche kann für musikalische Aufführungen oder für Veranstaltungen der Diakonie umgeräumt werden.
 

Eule Orgelgehäuse aufgebaut
Eule-Orgel1

Seit 1981, 8 Jahre vor der Einweihung der Winterkirche, gab es Pläne zum Bau einer Orgel. Nachdem das Projekt schon Gestalt angenommen hatte, setzte 1990 die Währungsunion ein jähes Ende durch Halbierung des Orgelfonds und Vervielfachung des Preises.
Nach der Überarbeitung des Orgelkonzeptes setzte 1991 eine intensive erfolgreiche Spendenwerbung ein. Die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen, die Stadt Wurzen und auch der Kulturraum Leipziger Land sagten finanzielle Unterstützung zu.
So konnte 1997 der Orgelbau bei der traditionsreichen Firma Hermann Eule Orgelbau Bautzen in Auftrag gegeben werden.

Der Konzeption des Instrumentes
Das Instrument wurde in Anlehnung an barocke französische Traditionen konzipiert. Damit hat es eine ganz unverwechselbare Klanggestalt, die in einer sächsischen Kirche bisher vermutlich einmalig ist. Zu dem schlägt es einen Bogen zu den Ursprüngen der sächsischen Silbermann-Schule. Die Klanggestalt ist außerordentlich farbig, dabei warm und kräftig. Die Disposition und Intonation ist so angelegt, dass neben barocker französischer Orgelliteratur auch Barockmusik aus anderen Landschaften und Traditionen dargestellt werden kann. Die Interpretation früherer und späterer Orgelmusik ist im Rahmen der Größe des Instrumentes möglich. Für das gottesdienstliche Orgelspiel und die Begleitung des Gemeindegesangs stehen ausgesprochen reiche musikalische Möglichkeiten zur Verfügung.

Erbauer:                         Hermann Eule Orgelbau Bautzen/Sa.
                                        op. 626
Disposition:                   Orgelsachverständiger Reimund Böhmig
                                        Kirchenmusikdirektor Johannes Dickert
                                        in Zusammenarbeit mit Hermann Eule Orgelbau Bautzen/Sa.
Prospektentwurf:          Kirchenbaurat Christian Möller, Dresden  nach einem Entwurf der Firma Eule
Techn. Konstruktion:   Orgelbaumeister Friedbert Kammbach
Techn. Montage:          Michael Poldrack (Montageleitung)
                                       Joachim Rietzschel
                                       Sebastian Dickert
Intonation:                     Ulrich Schwarzenberg
                                       Walter Rietzsch
Farbfassung:                Restaurator Heinz Ernst, Wurzen
Elektoarbeiten:             Helmut Latzel GmbH Elektroanlagen, Wurzen

Disposition:

Hauptwerk (I. Man.) C-g'''

Positiv (II. Man.) C-g'''

Grand Bourdon 16'

Bourdon 8'

Montre 8'

Salicional (ab c°)

Bourdon 8'

Prestant 4'

Prestant 4'

Flûte 4'

Doublette 2'

Nazard 2⅔'

Fourniture   1⅓'  3fach

Flûte conique 2'

Cornet ab g° 5fach

Tierce 1⅗'

Trompette 8'

Larigot 1⅓'

 

Cromorne 8'

 

Kanaltremulant

 

 

Pedalwerk c-f¹

 

Soubasse 16'

Transmission Grand Bourdon 16'

Octavebasse 8'

Transmission Montre 8'

Flûte 8'

Transmission Bourdon 8'

Prestant 4'

Transmission Prestant 4'

Trompette 8'

Transmission Trompette 8'

Basson 16'

 

Koppeln: II-I (als Koppelmanual), II – Ped., III – Ped., Tenorkoppel II – Ped.als Züge und Tritte in Wechselwirkung, Temperierung nach Valotti.